It hurts!

It hurts!

Rang 2 für Hannes Hessenberger beim 24 Stunden Rennen im Team der LEDSCHENDS für krebskranke Kinder als Solo Starter

Das Team LEDSCHENDS, wurde von Sascha Poth 2013 gegründet, um mit sportlichen Höchstleistungen, einer Mischung aus Profis, Ex-Profis aus Rad- und Motorsport, ambitionierte Amateurfahrern, Spaß an der Freude, für den guten Zweck bei den 24 Stunden Rad am Ring um die legendäre Nordschleife am Nürburgring zu fahren. Namen wie Manuel Reuter, Timo Scheider, Rene Haselbacher (RH77), Roger Kluge (Orica-Scott), Christian Knees (Team Sky), Karl Platt (Team Bulls), Paul Voß und vielen mehr waren und sind dabei. Dabei sind die LEDSCHENDS auch sehr international aufgestellt mit den Nationen Deutschland, Österreich, Neuseeland, Portugal, Hawaii und Südafrika. Abgerundet wird das Team mit Physiotherapeuten, Mechanikern, Ärzten sowie das ein oder andere Mal mit einem professionellen DJ. Die Stimmung ist immer sehr familiär und sportlich setzen sie Maßstäbe am Ring.

Hannes Hessenberger konnte in diesem Jahr als erster SOLO Starter des Teams gleich mit dem 2. Platz aufzeigen.

Hannes, warum hast Du Dir die 24h am Ring radln angetan und wie hast Du dich darauf vorbereitet?

Ultra cycling finde ich spannend, weil es hier nicht nur um körperliche Fitness geht, sondern auch die mentale Stärke spielt hier eine sehr wesentliche Rolle. Man kommt immer wieder an Grenzen seien sie körperlich oder geistig die man überwinden muss. Am meisten Spaß macht mir dabei eigentlich die Vorbereitung, denn dabei versuche ich mich an die Grenzen heran zu tasten und diese auch ab und zu, zu überschreiten. Nur wer seine Grenzen kennt, lernt daraus diese überwinden zu können bzw. einen Weg zu finden sie zu versetzen.

Bist Du beim Rad am Ring an Grenzen gestoßen und wie hast Du sie überwunden?

Ja, Höhen und Tiefen hatte ich bis jetzt immer bei einem Ultra Marathon. Das Rad am Ring war mein erstes Ultra Rennen mit Massenstart, meine bisherigen Starts waren immer im Zeitfahrmodus ohne Windschatten. Beim Massenstart lässt man sich gerne verleiten (,weil es auch ab und zu Spaß macht) mit den Fahrern der Staffeln mitzuhalten. Man benötigt dadurch natürlich einiges mehr an Energie, die man auch zuführen muss. Beim Rad am Ring bin ich ein wenig hinein geschlittert und durch den höheren Energiebedarf, hat mein Magen wieder mal ein wenig zu rebellieren begonnen und die Trinknahrung nicht mehr aufgenommen. Abgeholfen hab ich mir, indem ich später nur noch Wasser, Redbull Cola und Zeus Protein Soda getrunken habe und zusätzlich die üblichen Energie Gels.

Die zweite Hürde auf die ich gestoßen bin war, dass ich durch den Energieverlust etwas Zeit auf die anderen verloren habe bzw. ein paar Plätze nach hinten gerückt bin. Das Ganze in der Nacht um etwa 3 Uhr Früh, eine Zeit die ohnehin kritisch ist, da es der Körper eigentlich gewohnt ist zu dieser Zeit tief zu schlafen. Ich habe den Fehler gemacht, dass ich auf der Strecke vom Rad gestiegen bin, um mich zu übergeben und mich etwas auszurasten. Aus dem Ausrasten wurde dann fast ein Nickerchen (ich bin schon in der Wiese gelegen) hätte mich nicht meine Frau Susi, die mir die Zeiten durchgab in diesem Moment angerufen und gesagt, dass ich in der letzten Runde wieder einen Platz gut gemacht habe. Sie sagte ich solle mich am Rad fertig übergeben und wieder aufsteigen. In diesem Moment eine sehr motivierende Anweisung.

Die dritte Hürde war dann, dass meine Sehnen etwas wegen der teilweise sehr geringen Trittfrequenz (am Ring sind teilweise um die 18% Steigung) zugemacht haben. Aber das hat mir dann unser Physio Patrick während einer 8 minütigen Pause (meiner einzigen Pause) bessern können und ich konnte wieder mehr Leistung ins Pedal bringen.

Was ist Dein Fazit?

Ich bin froh wieder an meine Grenzen gestoßen zu sein, diese überwunden zu haben und das alles mit diesem Endergebnis. Das Team LEDSCHENDS war dabei eine sehr große mentale Unterstützung im Hintergrund. Einfach Herrlich!

 Photo: RH77


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